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mini england wales
england und wales 2023 - reisebericht (fotos)
ein roadtrip in die heimat des mini.

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zum zeitpunkt der reise waren es siebzehn jahre, seit wir mini cabrios fuhren. unser erster (bild oben links), modellreihe r52, wurde noch im alten morris-werk cowley in oxford produziert, wo schon mr beans 1979er austin morris hergestellt wurde.

unser reisefahrzeug war ein f57 (bild unten links), ein inzwischen bei vdl nedcar in born hergestellter holländer.

im oktober 2023 gaben wir den john cooper works zurück und es endete für uns die ära der mini-cabrios mit otto motor.

die farewell-tour ging selbstverständlich nach england. wir machten eine werksbesichtigung in oxford und besuchten das national motor museum in hampshire, wo der mini von mr bean steht.

ferien waren vom 31.7. bis 11.9., in der zweiten ferienwoche ging es los. fähre und zug im eurotunnel fahren regelmäßig, wir waren also flexibel.
die fahrzeit durch den eurotunnel zwischen coquelles und folkestone beträgt etwa fünfunddreißig minuten, mit der fähre von calais nach dover ist man rund eineinhalb stunden unterwegs, jeweils plus check-in.

die luftkissenboote, die zwischen 1969 und 2000 den ärmelkanal überquerten, schafften die strecke in etwa dreißig minuten. wir machten einen ausflug auf die isle of wight mit dem hovercraft, denn dort gibt es sie noch.

die "greenwich mean time" bezeichnet die zeitzone am nullten längengrad, welcher auch nullmeridian geheißen wird und durch den londoner vorort greenwich verläuft. der ausdruck "greenwich mean time" (gmt) wird heute nur noch in großbritannien und westafrika verwendet und entspricht utc±0. utc, die coordinated universal time, ist die heute gültige weltzeit und it-lern wohlbekannt, weil die meisten betriebssysteme diesen zeitstandard verwenden. der zeitunterschied zwischen gmt und unserer mitteleuropäischen standardzeit (cet) beträgt -1 stunde. dies gilt auch während der british summertime (bst), denn wir haben dann auch sommerzeit (cest).

im cabrio war nur platz für zwei und wir waren diesmal ohne die mädels unterwegs. da freuten sich penny und tiger, weil gut für sie gesorgt war während wir verreist waren.

die reiseroute war wieder mit google geplant, google kann es halt am besten.



großbritannien mangelt es nicht an berühmten autoren, allerdings war die reiselektüre diesmal ein fotoband: great pubs - eine reise durch englands pub-kultur von horst a. friedrichs und stuart husband. einige der pubs konnten wir auf unserer route mit einbauen. na ja, und etwas von virginia woolf auf dem kindle reader konnte auch nicht schaden.

um visa mußten wir uns nicht sorgen, das vereinigte königreich hat zwar mit dem brexit der europäischen union den rücken gekehrt, aber die insulaner ließen uns trotzdem noch mit dem reisepass einreisen. die niederlande, luxemburg, belgien und frankreich sind wie deutschland mitglieder und erstunterzeichner des schengener abkommens. ich erwähne diese selbstverständlichkeit, weil es nicht selbstverständlich ist, dass in europa die größte visumfreie zone der welt liegt. genauso wie die europäische union ist das schengener abkommen eine leistung seiner mitgliedsländer und solche vereinbarungen sind fragil, wie man am brexit sehen kann. in fast jedem europäischen land gibt es parteien, deren rechtsnationale gesinnung der eu und dem schengener abkommen feindlich gegenüberstehen. bei der einreise von österreich nach bayern mit auto oder zug ärgern mich nach wie vor die wieder eingeführten grenzkontrollen mitten in europa. wir kamen jedenfalls ohne visum zu den briten (und mit kürzerer wartezeit an der grenze als zwischen österreich und bayern). dem ort schengen hätten wir auf dem rückweg gerne einen besuch abgestattet, einfach weil er es verdient hat, allerdings ist in schengen nichts, vor allem keine unterkünfte. etwas recherche zeigt schnell, dass das abkommen tatsächlich auf einem schiff auf der obermosel, einem flussabschnitt der mosel beim deutsch-französisch-luxemburgischen dreiländereck, unterzeichnet wurde. das schiff soll ab 2025 in schengen als museum zum thema europa dienen, wir kommen also zu einem späteren zeitpunkt nochmal vorbei.

mobilfunk war kein problem. die regelungen innerhalb der eu gelten dank eines abkommens auch bei den briten, aber nicht auf see, daher auf der fähre mobile daten abschalten! wir fuhren mit dem zug durch den tunnel, also war das für uns nicht relevant. zum navigieren buchte ich außerdem noch eine esim für uk bei airalo, damit das datenvolumen nicht so leidet. wir hatten zwei gigabyte für fünfzehn tage und das ging sich ziemlich genau aus, kostenpunkt $ 7,50.

corona war bei der planung kein thema mehr. ein check auf der webseite des auswärtigen amts bestätigte, dass es keine besonderen einreisebestimmungen für die niederlande, luxemburg, belgien, frankreich oder großbritannien gab.


auf geht's!


tag 1 - 680 km
maastricht.

kilometer machen am ersten tag. kein problem für den john cooper works, er mag die autobahn und wir kamen gut durch.

a9 a9
wir fuhren nicht bis brügge, wie ursprünglich geplant, sondern pausierten eine nacht in maastricht im fitz roy urban hotel. von dort weiter über gent nach brügge. maastricht ist nett, wenn man gerade in der gegend ist. wir würden nicht extra nochmal hinfahren, haben aber jetzt eine vorstellung von der stadt, in welcher der vertrag von maastricht unterschrieben wurde.

in gent waren wir frühstücken, dort gefiel es uns etwas besser als in maastricht. wir spazierten durch die mittelalterliche architektur der innenstadt und fuhren bald weiter richtung brügge.


tag 2 - 208 km
brügge.

wir blieben zwei nächte im guest house nuit blanche.
nuit blanche nuit blanche
gastgeber dieser unterkunft ist der künstler david de graef und der ganze aufenthalt in dem mittelalterlichen gebäude war ein gesamtkunstwerk. am nachmittag open house galerien mit besuchern und passender musik. draußen luren vom park der liebfrauenkirche und von der bonifaciusbrücke die touristen in den garten, in der früh liebevoll komponiertes drei-gänge-frühstück.


tag 3 - 0 km
brügge.

streunen in brügge, den strandspaziergang in ostende schenkten wir uns. brügge hat viel zu bieten und ist wirklich sehenswert. das wissen auch viele andere, die hot spots sind voll mit touristen, aber wir fanden auch ruhigere ecken.
schokolade in brügge spiegelung in liebfrauenkirche
die wichtigsten produkte in belgien und auch in brügge sind bier und schokolade. wir kosteten beides ausführlich, während wir uns von der mittelalterlichen stadt beeindrucken ließen. das bier ist in belgien stärker als in deutschland. die biere, die wir in getränkekarten sahen und teilweise probierten, hatten meist zwischen sechs und neun volumenprozent alkohol.

viele gebäude und brücken sind gut erhalten, da die stadt nie durch kriege oder größere brände zerstört wurde.

belfried glockenspiel belfried
wir machten eine bootsfahrt und stiegen die 366 stufen auf den belfried, der eine zentrale rolle beim showdown des films brügge sehen ... und sterben? spielt. zur auffrischung der erinnerung schauten wir uns den film gestern nochmal auf dvd im nuit blanche an.


tag 4 - 450 km
southampton.

heute ging es von calais durch den eurotunnel unter dem ärmelkanal ins vereinigte königreich.
eurotunnel eurotunnel
eine stunde vorher mußten wir da sein und weil wir sehr pünktlich waren, erreichten wir sogar einen zug früher. einchecken und mit dem auto auf den zug fahren verlief problemlos. die waggons sind geschlossen und die halbe stunde im tunnel war schnell vorbei. durch die zeitverschiebung erreicht man england fünfundzwanzig minuten bevor der zug in frankreich abfährt. der zug ist nicht nur wegen seiner kurzen fahrtzeit beliebt, sondern wird auch von hundebesitzern geschätzt, weil die haustiere einfach samt herrchen und frauchen im auto bleiben, während der zug durch den tunnel gleitet. der eurotunnel ist gut 50 kilometer lang, 38 davon sind 45 bis 75 meter unter dem meeresboden. das wasser darüber ist bis zu 75 m tief, spannende vorstellung.

way to southampton arundel castle
an den linksverkehr gewöhnten wir uns schnell. wir fuhren von folkstone nach southampton und übernachteten dort im pilgrim inn. das pub mit einigen zimmern war gut gebucht. es waren ausschließlich engländer da, viele mit ihren hunden, kein einziges ausländisches kennzeichen, vermutlich nicht mal schotten oder walliser. der kellner brachte amstel, wenn man nach lokalem bier fragte, wir fühlten uns hier nicht willkommen und waren ganz froh, als wir diesen ort wieder verließen. bei unserer abreise am nächsten morgen stand dann doch noch ein wagen mit französischem kennzeichen auf dem parkplatz, wir waren nicht ganz allein unter engländern.


tag 5 - 328 km
plymouth.

wir fuhren richtung südwesten in die grafschaft cornwall und machten vorher einen abstecher ins nur ein paar minuten entfernte national motor museum, wo neben vielen anderen exponaten auch der mini von mr bean steht.
national motor museum beaulieu national motor museum beaulieu
wir verbrachten zwei stunden bei beaulieu und schauten uns alte autos und motorräder, das noch ältere palace house und die gärten an. es gab viel kunst zu sehen, im den gärten waren skulpturen ausgestellt, insgesamt waren wir positiv überrascht, von diesem kleinen ausflug, auf den wir nicht gekommen wären, stände nicht mr beans mini auf dem gelände.

haunch of venison salisbury haunch of venison salisbury
nächster stop in salisbury im haunch of venison, ein pub aus dem great pubs fotoband. es gab referenz-fish-and-chips und ein guinness. das pub liegt in der innenstadt und unser parkticket galt nur eine stunde, deshalb mußten wir die stadtbesichtiung reduzieren und verbrachten die meiste zeit im pub, welcher allerdings unseren vorstellungen eines englischen pubs in jeder hinsicht entsprach. das essen war sehr gut und nicht teuer, überhaupt bestätigten sich die warnungen, großbritannien sei so teuer, bisher nicht. der sprit kostete um die £ 1,50, das sind umgerechnet gut 1,72 €. wir hatten in calais noch getankt und zahlten dort für das europäische festland günstige 2,05 €, in belgien war es noch teurer.

stonehenge stonehenge
nicht billig sind hingegen in england die sehenswürdigkeiten. £ 29 wurden für die besichtigung der alten steine zu stonehenge verlangt. wir schenkten uns die national trust england admission + donation und unternahmen einen spaziergang zum jahrtausendealten megalith-bauwerk, das mit etwas abstand sehr fotogen für uns posierte. mit eintrittskarte darf man näher ran und hat zugang zum vistor center und kostenlosem bus-transfer, aber das vermißten wir nicht, weil schon genug touristen drin waren. anfassen, so wie 1967 mick jagger and keith richards oder einige jahre später annette während ihrer zeit als au pair in london, darf der besucher die steine heute auch mit eintrittskarte nicht mehr. seinerzeit gab es noch keine eintrittskarten oder touristencenter, stonehenge stand einfach so in der landschaft.

an- und abfahrt kosteten uns viel zeit, so dass wir den dartmoor national park, in dem schon der hund von baskerville sein unwesen trieb, leider auslassen lassen mußten und trotzdem das the wilcove inn erst nach acht uhr abends erreichten. die küche im pub hätte sogar noch offen gehabt als wir ankamen, aber das lunch vom haunch of vension hielt noch vor und wir reduzierten das dinnner auf ein lokales bier. heute waren wir lange unterwegs, meist mit offenem verdeck, leider auch viel im stau.


tag 6 - 0 km
plymouth.

das wetter gab sich englisch und offen fahren empfahl sich nicht.

wir blieben zwei nächte im wilcove inn, wo es sich gut aushalten ließ. vor unserem fenster kam und ging das wasser, es war absolut ruhig, man hörte nur die vögel. bei low tide lagen die festgemachten boote schräg im watt.

heute standen gärten auf dem programm. vorher besuchten wir den tregantle beach und erkundeten ein wenig den south west coast path. eine beeindruckende küstenlandschaft mit schroffen klippen und weißen stränden dazwischen, kräftiger wind und leichter nieselregen unstrichen die wilde szenerie.

lost gardens of heligan lost gardens of heligan
um den touristen aus dem weg zu gehen, weil es uns noch von gestern reichte, übersprangen wir das berühmte eden project und fuhren gleich zu den weniger bekannten the lost gardens of heligan. beide projekte wurden gestaltet vom gartenbauer und archäologen tim smit. dort gab erstmal tee und shortbread und dann tauchten wir in den dschungel ein. es ist der einzige outdoor jungle im vereinigten königreich und war für uns überhaupt der erste besuch in einem dschungel. flora und die hohe luftfeuchtigkeit waren beeindruckend, dschungeltiere begegneten uns nicht.

im wilcove inn war heute geschlossene gesellschaft. wir aßen auswärts in einem anderen pub in antony und spazierten danach über den sehr alten friedhof der church of st james. als wir heimkamen war die party bereits in vollem gang, gute musik, sehr laut, wir schliefen trotzdem irgendwann.


tag 7 - 115 km
st ives.

es regnete. das wetter blieb wechselhaft und es war kühler geworden. eine woche war rum. die zeit verging schnell auf reisen. leider war annette etwas angeschlagen. wir zogen weiter über truro nach st ives und blieben drei tage in einem "self catering apartment". das royal cornwall museum in truro schenkten wir uns, stattdessen machten wir einen umweg über newquay.

der besuch in großbritanniens surfhauptstadt erwieß sich als keine gute idee, wenn man menschenmassen aus dem weg gehen möchte:
boardmasters is a spectacular 5-day event that takes place across 2 locations in newquay - fistral beach, the surfing mecca of the uk where boardmasters' famous international surf competitions take place, and arguably the most stunning location in the country to watch live music - watergate bay. boardmasters was established in 1981, and last year welcomed over 150,000 festival goers across its two sites over the 5 days of the festival.
wir waren mittendrin und newquay wieder zu verlassen war gar nicht so einfach, weil die mobilfunkabdeckung schwach war und wir erst einige kilometer außerhalb von newquay bei einem flughafen wieder ein funksingnal hatten, mit dem sich navigieren ließ.

in st ives war unser quartier für die erkundung von cornwall. unter anderem standen strandwanderungen, zwei pubs aus dem great pubs fotoband – das blue anchor inn und das tolcarne inn – welche zu besuchen waren, sowie pflichtsehenswürdigkeiten wie land's end, das dorf mousehole und st michael's mount auf dem programm der nächsten beiden tage.

"vielleicht liegen wir auch nur am strand" dachte ich bei der planung. nach längerem suchen unseres apartments in den engen und steilen gassen des pittoresken orts, zuerst noch mit dem mini, dann zu fuß, fanden wir endlich unsere unterkunft und statt an den strand legte sich annette erstmal ins bett, weil sie krank war.

an stelle von sehenswürdigkeiten erkundete ich die apotheken in st ives. neben der miserablen mobilfunkabdeckung im südwesten englands und den schlechten straßen (der mini und ich hatten trotzdem spass) überraschte die apotheke mit einem handgeschriebenen hinweisschild, das vor durch medikamentenmangel bedingten wartezeiten warnte. das kennen wir auch von daheim.

tag 8 - 0 km
st ives.

in der früh regnete es.

st ives st ives
annette hütete noch immer das bett, erinnerungen an san francisco wurden wach. unser cornwall-programm mussten wir vorerst aussetzen. das wetter wurde im laufe des vormittags freundlicher und ich erkundete allein den ort. die urlauber ließen sich von achtzehn grad nicht den sommerurlaub verderben und so herrschte buntes treiben in den gassen und an den stränden. wüsste man es nicht besser, könnte man st ives mit einem spanischen küstenort verwechseln. die fish-and-chips-angebote und die hundedichte holten uns wieder zurück in den südwesten englands.


tag 9 - 0 km
st ives.

in der früh regnete es.
st michael's mount land's end
annette fühlte sich besser und es wurde bald sonning. wir probierten einen ausflug in den ort und etwas heilshopping, danach siesta, wir wollten nicht übertreiben. am nachmittag machten wir uns auf nach st michael's mount. wir waren schon zu spät, um auf die insel spazieren zu können, genossen aber, dass die meisten touris hier für heute schon fertig waren. die sehenswürdigkeiten liegen hier alle nahe beieinander, land's end ist nur eine halbe stunde weiter und so schauten wir uns auch den westlichsten punkt von englands hauptinsel an. es war abend geworden und die untergehende sonne beleuchtete die fotomotive. auf dem rückweg fuhren wir noch durch mousehole und tranken ein gute-nacht-bier im pub, die küche hatte schon geschlossen und das cornwall-pflichtprogramm hatten wir doch noch absolviert.


tag 10 - 321 km
bristol.
st ives
wir ließen cornwall hinter uns und fuhren richtung wales. unterwegs ein pub aus dem great pubs fotoband, daher heute nach dem frühstück bald lunch im the farmers arms in bidefort. der weg nach bidefort führte über enge straßen durch eine landwirtschaftliche gegend, außer ein paar traktoren begegneten wir kaum anderen fahrzeugen. das pub überraschte mit einem schönen garten, in dem man zum essen sitzen konnte und einem erstklassigen mittagessen. das bier und die selbstgemachte limo, der bunte salat mit verschiedenen essbaren blumen, der fisch, die kartoffeln. alles war so perfekt, wie wir uns sterne-küche vorstellen, obwohl es keine war.

the farmers arms the farmers arms
abends the bag of nails in bristol, ein weiterer pub aus dem fotoband, der mit den katzen. wir übernachteten gleich nebenan im ibis bristol centre hotel. essen waren wir vorher in einem anderen pub, weil es im bag of nails nichts zu essen gibt. ein junger typ an der bar umging das problem, indem er sich etwas von "just eat" - bei uns "lieferando" - kommen ließ. er bemerkte, dass wir uns auf deutsch unterhielten und fragte uns auf deutsch woher wir kämen. wir plauderten dann ein wenig mit ihm und es stellte sich heraus, dass er pole war und als software-entwickler von seiner firma in bristol eingesetzt wurde. es war gemütlich im bag of nails und wir tranken noch einen cider und ein stout, in bristol ließ es sich gut aushalten.


tag 11 - 357 km
blaenau ffestiniog.
weiter nach wales. cardiff lag am weg, aber wir sparten uns einen stopp in der hauptstadt von wales und fuhren direkt in den brecon beacons national park und weiter in den snowdonia nationalpark. heute war mini-tag und wir waren auf einigen der schönsten straßen in wales unterwegs. auf dem weg lagen der black mountain pass und der abergwesyn pass.

unterwegs in wales unterwegs in wales
die a4069 führte uns über den black mountain pass und trägt den spitznamen "top gear road". der moderator des britischen automagazins "top gear", jeremy clarkson, drehte dort gerne fahrszenen.

unterwegs in wales unterwegs in wales
der abergwesyn pass ist ein einspuriger streckenabschnitt durch die wilde walisische natur der cambrian mountains. unterwegs pause bei der kapelle soar y mynydd.

unser ziel heute war das cosy cottage with mountain view in blaenau ffestiniog im snowdonia nationalpark. wir blieben drei nächte.


tag 12 - 0 km
blaenau ffestiniog.
abenteuerspielplatz im zip world llechwedd.

st ives
es stand die deep mine tour auf dem programm. die führung durch die stollen und zurück in die harte arbeitswelt des bergbaus im neunzehnten jahrhundert war beeindruckend, auch weil unser guide ein unterhaltsamer erzähler war.


tag 13 - 0 km
blaenau ffestiniog.
in der früh regnete es.

ffestiniog railway ffestiniog railway
wir machten einen eisenbahnausflug mit der ffestiniog railway.

die ffestiniog railway ist die älteste unabhängige eisenbahngesellschaft der welt, gegründet 1832. es gibt verschiedene züge bei ffestiniog & welsh highland railways, die meist nur einmal täglich hin und zurück fahren. ausgehend von blaenau bot sich für uns folgende verbindung an:
blaenau ffestiniog - porthmadog and return. approx 2 hr 15 min layover at porthmadog

cosy cottage blaenau ffestiniog
porthmadog ist eine küstenstadt. zu zeiten des bergbaus wurde der in blaenau abgebaute schiefer mit ebendieser eisenbahn nach porthmadog geschafft und von dort verschifft. uns taugte der ort nicht, sehr viele touristen, sehr viele hunde, insgesamt nicht besonders ansprechend. wir waren froh, als es mit dem zug wieder in die highlands hinauf zu unserem cottage ging.


tag 14 - 140 km
liverpool.
in der früh regnete es.

es sind nur etwa zwei stunden von den walisischen bergen bis liverpool. wir schauten uns die stadt der beatles an und blieben eine nacht im the liner at liverpool.

die city of music gefiel uns sehr gut. wie bristol wenig touristisch, reichlich shopping-möglichkeiten, die wir hier auch am heutigen sonntag ausgiebig nutzen konnten und wirklich viel musik. das begann schon zu beginn beim einchecken im hotel, weil dort heute die liverpool record fair stattfand, wo wir erstmal einige alte lps erstanden.

danach trollten wir etwas durch die stadt und schauten uns natürlich die beatles statue von andy edwards an, von dem noch einige weitere skulpturen in liverpool stehen. überhaupt gibt auffallend viele statuen im stadtgebiet von liverpool, auch tom murphy hat in der jüngeren vergangenheit ein dutzend bronzen beigetragen.

tagsüber finden sich überall straßenmusikanten, wir kamen kaum in eine ecke der stadt, die nicht irgendwie beschallt war. alle möglichen musikstile begegneten uns, zum beispiel dj.respect.afrika, der afro house in der fußgängerzone zum besten gab. abends war live-musik angesagt, die laute musik aus den pubs überlagerte sich auf der straße und die ganze stadt war in partystimmung.

im mai fand der eurovision song contest 2023 in liverpool statt, da die austragung in der ukraine kriegsbedingt nicht möglich war, die farben gelb und blau der ukrainischen flagge begegneten uns überall.
beatles ma egerton's
sehr gut gefiel es uns bei ma egerton's. das pub schräg gegenüber von unserem hotel blickt auf eine geschichte bis in die mitte des neunzehnten jahrhunderts zurück, als die gegend schlecht und von raufenden seeleuten und prostituierten geprägt war. das pub liegt in direkter nachbarschaft zu zwei theatern und war und ist daher beliebt bei den künstlern, um nach dem auftritt noch im pub zu feiern. im laufe der jahre sammelte sich eine illustre gästeliste an, auf der sich unter anderem harry houdini, stan laurel und oliver hardy, judy garland, frank sinatra, die beatles, die rolling stones, sammy davis jnr, bob dylan, tom jones und amy whinehouse finden, na ja, und wir halt. wir saßen vor dem pub in der sonne und freuten uns am gin tonic mit wacholderbeeren.

abends rief lucie an, als wir grade im begriff waren, zum essen aufzubrechen. der benz sprang nicht an. das war insofern kritisch, als das auto vollgepackt und lucie im aufbruch nach bayreuth begriffen war, wo am nächsten tag die konditormeisterprüfungen anstanden. nachbar andi bekam ihn schließlich zum laufen. manchmal, wenn es sehr heiß ist, braucht er beherztes gasgeben zum anspringen. yannick stand auch bereit zum helfen und simon hätte lucie mit ihrer ausrüstung notfalls gefahren. am ende kam lucie mit dem alten benz gut bei der handwerkskammer an.


tag 15 - 289 km
swindon.
manchester und birmingham schenkten wir uns. wir fuhren direkt nach bishopstone, swindon. es war der vorletzte pub aus dem fotoband, den wir auf unserer reise ansteuerten und wir blieben drei tage im royal oak pub, der zu einem bio-bauernhof gehört.

royal oak pub royal oak pub
nach einem begrüßungsbierchen im sonningen wilden garten streunten wir ein bisschen durchs dorf.

der brite fährt gerne britische autos, insbesondere land rover und hier am liebsten defender oder mini und da am liebsten den john coopers works. wir waren also in guter gesellschaft. auch auf dem parkplatz bei helen browings war unser jcw nicht allein, es gab noch einen dreitürer und einen clubman, zu denen sich unser cabrio gesellte. wohlfühlen für alle. dass land rover seit 2008 indisch und mini seit 2000 deutsch ist, stört die briten nicht weiter, beide automarken produzieren ja nach wie vor im vereinigten königreich.


tag 16 - 0 km
swindon.
werksbesichtigung beim mini werk oxford. das werk liegt dreißig meilen von unserem quartier entfernt. auf der hinfahrt wurden wir von einer rinderherde gestoppt, die über die schmale straße getrieben wurde.

swindon mini werk oxford
gut eineinhalb stunden dauerte die führung und wir lernten eine menge über die beinahe vollautomatisierte fertigung bei bmw-mini. keine förderbänder, sondern zellen, werkstaktung von sechzig sekunden, bis zu tausend minis am tag, wenn genug chips verfügbar sind. die choreografie der orangen abb-roboter, die im werkstakt in den verschiedenen zellen tanzten, hatte beim blick von oben über die halle und die zellen etwas geschmeidig anmutiges. maschinenbauer muss auch ein toller beruf sein.

nach siebzehnjahren machen es die einblicke in die hohen qualitätsstandards noch schwerer abschied von der marke zu nehmen. leider gibt es (noch) kein elektrisches mini cabrio und einen verbrenner mögen wir nicht mehr, mal sehen was kommt.


tag 17 - 0 km
swindon.
swindon
heute machten wir nichts außer einem ausgiebigen spaziergang durch hügelige landschaft mit schafen.


tag 18 - 387 km
hastings.
es wurde zeit, dass wir uns auf den heimweg machten.

st benedict - victorian bed and breakfast
letzte übernachtung auf der insel im st benedict - victorian bed and breakfast, einer alten stadtvilla in st. leonards, eine halbe stunde zu fuss von der strandpromenade und der altstadt von hastings. wir waren in mr parry’s room. das große zimmer mit dem wunderbaren blick auf den garten und in der ferne das meer vermitteln wie das ganze haus den eindruck, dass man sich in einem kunstmuseum befindet. bis in die details, die lichtschalter, bäder und toiletten, betten, alles stammt aus dem neunzehnten jahrhundert und ist liebevoll erhalten und gepflegt. das frühstück ist referenzklasse, auch hier perfektion bis ins detail von den zutaten bis zum geschirr. die gastgeber paul und stephen, die all die kunstgegenstände und reliquien auf ihren reisen auf der ganzen welt zusammengetragen haben, sind liebenswürdig und exzentrisch und sonst nicht weiter zu beschreiben.

hovercraft
unseren abschied von der insel betrauerten wir abends im the crown in hastings, dem letzten pub aus dem great pubs fotoband auf dieser reise. davor aber ein abstecher mit dem hovercraft auf die isle of wight, eine zeitreise zurück in unsere jugend, als die hovercrafts noch die schnellste verbindung zwischen england und frankreich waren.


tag 19 - 998 km
poing.
zurück auf europas festland. wir machten nicht station in lille und auch nicht in schengen, sondern fuhren direkt heim nach poing, etwa elfhundert kilometer. solche etappen wären nichts für den land cruiser, im works war es gut machbar und um zehn uhr abends waren wir daheim. das englische wetter brachten wir mit. nach drei wochen über dreißig grad fing es erstmal an zu regnen und hörte eine woche lang nicht mehr auf.
ende.