irgendwann sind sie reif für ein t-modell.

springer & jacoby haben 1994 mit diesem slogan das mercedes e-klasse t-modell der baureihe 124 beworben. unerwähnt im motiv bleibt jenseits familiärer reife die finanzielle reife, die erforderlich war, um sich ein automobil für wenigstens 60.000 bis weit über 100.000 dm, so viel kostete seinerzeit eine e-klasse, vor die haustür zu stellen. die pforte im bild suggeriert bereits eine gewisse solvenz.

alternativ kann so ein kraftfahrzeug zum preis eines ford fiesta gebraucht erstanden werden, wenn es einmal sieben jahre alt und knapp 100.000 km gelaufen ist. dafür gibt es dann einen geräumigen und komfortablen familienkombi, abnutzungstolerant gegenüber passagieren und ladung, weil ja nicht mehr ganz neu, und durchaus luxuriös, weil vom erstbesitzer mit allen erdenklichen annehmlichkeiten ausgestattet.

inzwischen ist unser benz, der schwabe sagt daimler, seit mehr als 15 jahren im familienbesitz und hat seinen kilometerstand von einst 90.000 km auf dem tacho anno 2001 mehr als verdreifacht. im stich gelassen hat er uns dabei bis auf eine gerissene antriebswelle auf dem weg nach kalabrien im jahr 2012 noch nie. er ist noch nie nicht angesprungen, egal wie heiß oder kalt es gewesen sein mag und bei bedarf zieht er bis zu 2.1 tonnen anhängelast.

hinsichtlich unterhaltskosten darf man sich keinen illusionen hingeben. natürlich muss auch und gerade ein alter mercedes regelmäßig gewartet werden und von zeit zu zeit sind kapitale reparaturen, z. b. ein neues differenzial, oder eine rostbehandlung fällig. in fünfzehn jahren akkumuliert sich so gerne der neupreis von ein bis zwei weiteren ford fiestas in instandhaltungkosten. dafür fährt man lange jahre und viele kilometer in angenehmer automobiler atmosphäre und genießt vom bei bedarf beheizten ledersessel aus die 220 ps des reihensechszylinders, der über die fünfgangautomatik stets ausreichend leistung an die hinterachse liefert. damit ist man auch heute noch souverän motorisiert. wer nicht gerne etwas wegschmeißt oder zu sentimentalen beziehungen zu gebrauchsgegenständen neigt, findet in einem w124 ein lohneswertes instandhaltungsobjekt.

unser s124 (das 's' kennzeichnet das t-modell, die limousinen heißen w124):

kfzbrief
baujahr->    1994, erstzulassung am 2.11.1994, 
typ->        e 320
motor->      6 zylinder reihenmotor m104 e32 / 104.992
             3199 cm3, 162 kw (220 ps) bei 5500 u/min, 310 nm bei 3750 u/min
getriebe->   fünfgang automatik
gewicht->    1.600 kg leer, 2.200 kg zul. gesamtgewicht
v-max, a->   220 km/h, ca. 8 sek. 0-100
verbrauch->  ca. 11½ liter super (auf griechischen sandstraßen reichen auch 7 liter..)
kauf->       am geburtstag der drillinge, 
co2 kum co2 pa
co2-emission
g/km->	     ca. 270 g/km, bei 10.000 km p.a. ca. 2.700 kg/jahr
produktion-> ca. 8.800 kg
vergleich->  berücksichtigt man jeweils 1,5 l weniger verbrauch beim neuwagen gegenüber dem
             vorgänger und wechselt man den wagen alle 10 jahre, so halten sich die gesamten
             co2-emissionen inklusive produktion etwa die waage.
am ende ist es eine liebhaberei. viel verschwenderischer als im opel zafira ist man langfristig aber weder ökologisch noch ökonomisch unterwegs und ein bisserl sei es dem faible für anständiges sach geschuldet, das nicht mit ablauf der gewährleistung reif für den müll ist. bilder vom alten s124: